Trans*Inter*Dyke*-March Bremen

bi-visibility – enby-power – queer-energy

Demoaufruf für Samstag, den 5. September 2020 – Start: 14:00 Uhr Am Brill

Wir demonstrieren, wir marschieren, wir setzen unser solidarisches Zeichen in Bremen. Die Versammlung startet um 14 Uhr Am Brill, führt durch die Obernstraße, die Trans*Inter*Dyke*-Zwischenkundgebung wird vor der Bürgerschaft (Am Markt, etwa 14:40 Uhr) stattfinden. Danach ziehen wir weiter über Domsheide bis zum Goethetheater (Ankunft etwa 15:45 Uhr). Dort wird, wie im letzten Jahr, die Abschlusskundgebung mit Open Mic bis maximal 16:30 Uhr sein.

Uns Trans*, Inter* und Dykes* verbindet, dass wir in mehrfacher Form durch Sexismus und Heteronormativität begrenzt werden (sollen) in unserer Selbstbestimmung und freien Entfaltung. Wo kommen wir her, in welche Zukunft führt der Weg, was ist uns in der Gegenwart wichtig? 2020 im Jahr der Corona-Pandemie, in dem sich so vieles im Miteinander verändert hat und gewohnte Sicherheiten im Alltag wegfielen sehen wir zunehmenden Terror und Bedrohung von Rechts und deren neue Zusammenschlüsse mit wissenschafts- und demokratiefeindlichen Nachbar_innen. Auch politisch ist Sicherheit mehr denn je im jungen Jahrtausend fraglich. Der „übermannte“-Kurzzeit-Ministerpräsident der FDP Thüringen, der die Wahl durch eine faschistisch geführte Fraktion annahm – die ungeklärten Zusammenhänge der Polizeiarbeit durch Datenabfragen mit dem NSU 2.0 – der Tod des Bremers Mohamed Idrissi in einem fragwürdigen Polizeieinsatz, wo der sozialpsychiatrische Dienst gefragt gewesen wäre – die rassistischen Morde von Halle und Hanau… wir haben viel gesehen und gehört seit dem letzten Trans*Inter*Dyke*-March.

Lasst uns Gemeinschaft stiften, solidarisch sein, zuhören, reden – sowohl innerhalb der trans*, inter* und lesbischen* sowie queeren Communities, als auch intersektional, also in dem Bewusstsein, dass viele von uns in mehr als 1 Weise von strukturellen Diskriminierungen, staatlicher Gewalt oder Ignoranz und gesellschaftlichen Ausschlüssen betroffen sind.

Wie immer ist bei der Abschlusskundgebung Raum für Eure T*I*D*-Beiträge. Wir freuen uns, wenn Ihr Texte vorher (bis Donnerstag Abend / Freitag früh) an transinterdyke(at)gmx.de schickt. Um es etwas barriereärmer zu gestalten, möchten wir von den Redebeiträgen soweit möglich wieder einige Ausdrucke mitnehmen für jene Leute, die nicht oder nicht gut hören oder die jeweilige Sprache nicht oder im Sprechtempo nicht so gut verstehen. Auch können wir Deine/Eure Rede – mit Eurem/Deinem Einverständnis! – auch hier veröffentlichen und archivieren.

Falls Du/Ihr ein Angebot des Übersetzens oder des Gebärdendolmetschens habt, wären wir und vor allem die Demonstrierenden dankbar.

Bringt gerne Schilder und Transpis oder Eure queeren Flaggen mit, aber bitte keine Parteiabzeichen und -flaggen. Verbündete, die sich persönlich nicht unter Trans*Inter*Dyke*, bi/pan/ace/aro, enby/nicht binär, queer wiederfinden, sind uns herzlich willkommen in achtsamer und unterstützender Beteiligung.

Hygiene-Maßnahmen: Bitte bringt eine Maske mit und haltet Abstand zu Personen, mit denen ihr nicht ohnehin einen Haushalt oder eine virologische Gemeinschaft habt. Inwiefern eine Maskenpflicht Auflage ist, verlesen wir am Anfang der Demo.

Die 5 aktuellsten Beiträge im T*I*D*-Blog:


Die Dyke*Marches kommen nach Europa. Der größte Dyke*March ist der in Mexiko-Stadt und in Deutschland gab es 2019 Marches in Berlin, Hamburg, Köln, Erfurt, Heidelberg, Nürnberg, München, Münster, Braunschweig und Oldenburg. Außerdem in Bern (CH), Linz und Wien (AT). Liste beim Dyke*March Nürnberg

In Bremen startete 2018 die Initiative für einen Trans*Inter*Dyke*March an der Weser. Die Idee ist simpel: Unabhängig von der CSD-Demo treffen wir uns und ziehen zu Fuß einmal durch die Innenstadt, werden sichtbar, bringen unsere Themen und Forderungen auf die Straße.

2019 soll es nach dem Erfolg des letzten Jahres natürlich weitergehen. Deswegen streicht euch den diesjährigen Termin dick im Kalender an:

Samstag, 24. August 2019

Wir planen dieses Jahr eine ähnliche Route. Treffpunkt wird wieder vor dem Hauptbahnhof sein. Von da aus schlängeln wir uns mitten durch die Innenstadt und die Abschlusskundgebung soll wieder im Viertel stattfinden.

Wir halten euch über diese Homepage und unsere Facebook-Seite natürlich auf dem Laufenden!


Trans*, Inter* und Dykes* verbindet, dass sie in mehrfacher Form durch Sexismus und Heteronormativität begrenzt werden (sollen) in ihrer Selbstbestimmung und freien Entfaltung. In den CSD-Demos sind sie oft weniger sichtbar. Darum kann der Trans*Inter*Dyke*-March auch sehr gut der Vernetzung und dem Empowerment für den CSD-Demozug dienen.


Dyke / Dyke* – die englische Form von Lesbe. In Verbindung mit dem intersektionalen Sternchen (Asterisk) wird deutlich gemacht, dass die in so kurzer Form zusammengefassten lesbischen, bi/pansexuellen, queeren, homosexuellen, frauenliebenden Frauen vielfältige Körper und Biographien haben. Die Adjektiv-Aufzählung ist nicht abschließend gemeint. Asexuelle oder aromantische Menschen sind herzlich willkommen, ihre Aspekte und Erfahrungen einzubringen. Lesbisch zu leben ist nicht immer oder nicht nur eine sexuelle Orientierung: Es ist auch eine widerständige Lebensweise gegen die Heteronormativität. Heteronormativität gibt vor, dass es zwei Geschlechter gibt. Sie räumt dann „Frauen“ weniger Rechte oder Möglichkeiten ein, ein von „Männern“ unabhängiges Leben zu führen.

Trans* – Männer, Frauen und nicht-binäre Menschen, die in ihrer selbstgewählten, für sie passenden Form transitionier(t)en. Hier geht es um geschlechtliche Vielfalt unabhängig von Beziehungsformen und sexuellen Identitäten. Einige gebräuchliche Adjektive sind: transgender, transsexuell, transident, genderqueer, genderfluid, agender, neutrois. „Trans…“ ist (wie „Inter…“) eine aus der Wissenschaft Wortschöpfung, die oft mit einer Pathologisierung und Exotisierung einhergeht. Es gibt immer noch besondere Gesetze und Verordnungen in Deutschland, die reglementieren, welche Prüfungen und Begutachtungen ein Mensch durchlaufen muss, um rechtlich oder medizinisch „zu tranisitionieren“, also um einen passenden Geschlechtseintrag im Pass und einen passenden Vornamen zu bekommen. Oder um körpermodifizierende Maßnahmen in der Medizin in Anspruch nehmen „zu dürfen“ und dass – vielleicht! – die Kosten durch die  Krankenkasse („Solidarprinzip“?) getragen werden.

Inter(*) – Männer, Frauen und nicht-binäre Menschen, die Kombinationen von Geschlechtsmerkmalen haben, die in den bisherigen Lehrbüchern für „Männer“ und „Frauen“ so irgendwie nicht vorgesehen waren. Auch hier geht es um die Akzeptant und Selbstbestimmung innerhalb der geschlechtlichen Vielfalt. Aufgrund der starken Stigmatisierung und auch weil manche Menschen es aufgrund von Tabuisierung oder verunklarenden Beschreibungen gar nicht von sich selbst wissen, sind inter Personen bislang wenig öffentlich sichtbar und in besonderem Maß auf solidarische Unterstützung angewiesen. Es geht beispielsweise darum, dass Kinder mit intersex Körperlichkeiten nicht mehr durch Medizinerinn*en operiert werden, um „eindeutig“ auszusehen oder den Normerwartungen bei den Messwerten z.B. von Hormonen zu entsprechen.

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